Vergebung ist der höchste Akt der Liebe,

den der Mensch erleben darf.

                                                                 Darbringung im Tempel Giotto (di Bondone) 1267 - 1337

 

 

Liebe deine Feinde, lehrte uns Jesus...

 

Segnet die euch fluchen, tut wohl denen die euch hassen, bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen.  Auf das ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel, denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn so ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und so ihr euch nur zu euren Brüdern freundlich tut, was tut ihr Sonderliches? Tun nicht die Zöllner auch so? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

                                                                                                                                                       (Auszug aus der Bergpredigt bei Matthäus)  

 

Manchmal ist es schwer zu vergeben, wir können es einfach nicht gut sein lassen. Es tauchen immer wieder dieselben Gedanken und Bilder in uns auf und schüren das Feuer der Wut, der Trauer, der Enttäuschung, der  Angst und des  Hasses in uns. Manchmal alles auf einmal und ein andermal nur eines davon. Wir fühlen uns ausgeliefert,  hilflos den Gedanken und Emotionen gegenüber die so viel Macht, Kraft und Stärke in sich tragen. Wir Ver -zweifeln, fühlen uns als Opfer der Umstände - tun uns selbst leid.

 

               Und wieder und wieder wiederholt sich der Kreislauf.

                                                           Wir klagen an, wälzen uns im Leid.

 

Die anderen sind schuld, Schuld das es uns so schlecht geht...

 

Meist ist es längst vorbei, das "Verbrechen", die Enttäuschung, der Verlust, der Missbrauch, der Betrug, die Gewalt und doch täglich aufs neue frönen wir dem alten Spektakel, spielen es immer wieder im Kopf durch, sehen die Bilder, fühlen die Emotionen, geben den Tätern Macht und Energie. Wieder und wieder und wieder - der ewige Kreislauf...

 

Wer kann ihn durchbrechen, verändern, einstellen?

Wer außer dir könnte das?

Was ist zu tun?

 

Die Lösung ist das simple treffen einer Entscheidung,

der Entscheidung kein Opfer mehr zu sein.

 

 

Ich entscheide mich dafür kein Opfer mehr zu sein - Ich entziehe dem "Täter" jegliche Macht und hole die Verantwortung für mein Leben zu mir zurück  - Ich bin die Macht in meiner Welt - Ich entscheide ob ich lache oder weine. Meine Emotionen haben keinerlei Macht mehr über mich, denn ich übernehme jetzt die Verantwortung für mein Leben und ich selbst lenke es in die gewünschte Richtung.

 

Wo also will ich zukünftig gedanklich und emotional sein?

 

Ich entscheide mich dafür ab jetzt in Freude und Freiheit zu leben.

 

Wie tut man das?

Wie setzt man so eine Entscheidung in die Tat um?

 

Ganz einfach durch Selbstbeobachtung:

Beginne damit, aufzupassen was du denkst! Sobald der "alte Stachel" in deinem Denken auftaucht, blicke  freundlich auf die Bilder deiner Vergangenheit. So liebevoll als würdest du ein neu geborenes Baby betrachten. Sehe das göttliche im Gegenüber. Jeder von uns trägt ein Licht in sich - Konzentriere dich darauf...

 

Jetzt kann es sein das es dir nicht immer gelingt freundlich auf die vergangene Situation und die Menschen zu blicken, das im Gegenteil erst mal alles schlimmer wird, noch mehr Frust und noch mehr negative Emotion in dir hochsteigt.

 

Wenn das geschieht, laufe nicht davor davon. Lasse dich nicht ablenken, bleibe bei dir selbst.  Lasse zu, was geschehen möchte. Betrachte deine Emotionen und sage dir selbst immer wieder ganz freundlich, ganz liebevoll, ah so fühlt sich das also an.... ( dies geschieht selbst betrachtend, so als ob man neben sich steht und nur beobachtet was gerade passiert)

 

Segne was geschieht, versuche nichts zu unterdrücken und sei freundlich zu dir selbst auch wenn es nicht gleich aufs erste Mal klappt. Du musst nur kontinuierlich dranbleiben, dann wirst du unweigerlich Erfolg erzielen. Einfach immer wieder tun. Nicht Denken, TUN.

 

Es ist Heilung was dann geschieht. Wenn du kontinuierlich diese negativen Emotionen, Gedanken und Bilder bewusst zulässt und segnest,werden sie deinen Körper verlassen und sich aus der Speicherung in deinen Zellen lösen und du befreist deine Seele vom alten Schmerz und holst dir deine Kraft und Schönheit und Würde zurück.  Erstrahlst in neuem Glanz , bist kein Opfer mehr, sondern Sieger über deine eigenen niederen Emotionen, Gedanken und Bilder. Bist gewachsen und gereift und dadurch selbst zu einem "besseren Menschen" geworden.

 

Ängste spiegeln uns nur alte Muster, die Heil werden möchten. Laufe nicht vor ihnen davon, sitze es aus, atme fühle was geschieht und nimm alles an ohne zu werten ohne zu urteilen. Liebe was ist und befreie dich von Schmerz und Leid.

 

Einige von uns schaffen das alleine, andere brauchen Hilfe dabei. Gehe den Weg soweit du kannst  und wenn du erkennst das du nicht weiterkommst, in einer Sackgasse steckst, dann nimm Hilfe an. Hast du dein Thema erkannt, dann geh wieder alleine weiter- sonst machst du dich abhängig. Wisse, die Versuchung ist immer groß, die Verantwortung für das eigene Leben jemand anderes aufzubrummen-  solange das Selbstvertrauen noch so klein ist.

 

Mit jedem Schritt, mit jeder eigenständigen Entscheidung wird dein Selbstvertrauen wachsen und du wirst immer mehr du selbst und zu immer mehr Glück und Freude gelangen.

 

 

Ich wünsche euch viel Erfolg auf diesem euren Lebensweg

 

ihr schafft das, denn die Kraft ist in euch ihr müsst nur an euch Glauben.

 

- und auch dies beginnt mit einer Entscheidung

 

 

  Ab jetzt  glaube ich an meine eigene Kraft  und  vertraue darauf das ich fähig bin sie zu leben.

 

  © Maria Theim