Der Untersberg ist der heilige deutsche Berg, welcher von manchen sogar als das “Herzchakra der Erde” bezeichnet wird. Hier erhielt der deutsche Tempelritter Hubertus Koch im Jahre 1238 die Isais Offenbarung. Hubertus Koch im Orient Hubertus Koch war deutscher Tempelritter und Templer-Komtur, der ebenso, wie andere Templer, seinen Dienst und seine Pflichten während der Kreuzzüge im Morgenland den Tempelherren widmete. Bevor er wieder nach Deutschland wollte, beabsichtigte er die Spuren der Kuthäer in Mesopotamien zu erforschen. Unter König Sargon II. war Samaria zu einem assyrischen Siedlungsgebiet geworden. Auf diese Weise war der alte babylonisch-assyrische Glaubenszweig der „Kuthäer“ nach Palästina gelangt, eine dualistische Glaubensrichtung, die einstmals von der mesopotamischen Stadt Kuthar ausgegangen war.

 

Koch nahm an (was im 20. Jh. u.a. Friedrich Delitzsch bestätigte), dass die ursprüngliche Lehre Christi mit der kuthäischen verknüpft gewesen sein muss. Es gab also vielleicht eine Verbindung des wahren Christentums mit den Göttern und Lehren der Assyrer, anstatt mit dem El Schaddai-Jahwe und dessen Lehren im Alten Testament in der Bibel. Auf dieser Reise durch Mesopotamien, während eines Übernachtungslagers im Raume des alten Ninive(s), erschien Hubertus Koch die Wesenheit Isais. Sie wies ihm in seiner Vision den Weg zu einem fernen Berg im Abendland. Dorthin solle er mit seinen treuesten Genossen ziehen, ein Haus bauen und da warten bis sie, Isais, dort erscheinen und wichtige Weisungen für ein neues goldenes Weltzeitalter geben würde, dessen Weg er und die Trutzgauer Bote | Die Gebote der Isais Seite 1 seinen der Welt bereiten sollten.

 

Koch identifizierte dies mit dem in der Apokalypse Johannis verheißenen „tausendjährigen Reich“ (Kap. 20). In fünf Jahren, so sprach die„Göttin“ Isais, werde sie zu jenem bezeichneten Berg der alten Götter, nämlich zum Untersberg, kommen. Bis dahin solle er mit den seinigen dort auf sie und das kommende Werk vorbereitet sein. Hubertus Koch am Untersberg Koch wusste, welchen Berg im Abendland die Isais-Erscheinung bezeichnet hatte: Den Untersberg bei Salzburg, einen Wohnsitz der alten germanischen Götter. Hubertus Koch stammte wahrscheinlich aus der Gegend von Linz in Oberösterreich und hatte von dort aus schon Reisen nach West- und Norddeutschland, wie auch ins Elsaß unternommen. Er kannte den Untersberg also vermutlich nicht nur aus Sagen, sondern auch vom Ansehen her. Im Jahre 1221 erreichte Hubertus Koch mit seiner kleinen Ritter schar den Untersberg.

 

Am Fuße des Berges, der heute Ettenberg heißt, und ungefähr auf der gegenwärtigen bayrisch-salzburgischen Grenze liegt, errichteten Koch und die seinen ihre erste Komturei. Dieses Gebäude steht nicht mehr, doch Spuren der Sockel mauer sind noch immer erkennbar. Man findet sie von dem kleinen Grenzort Marktschellenberg aus an der Ettenberger Straße. Das erste bezeugte Erscheinen der Isais am Untersberg fällt in das Jahr 1226. Von da an sollten die Isais-Erscheinungen zwölf Jahre lang anhalten, gipfelnd in der Übergabe der großen „Isais Offenbarung“ im Jahre 1238 ….”Quelle Thuletempel Hubertus Koch. Ein Überrest der alten Komturei, welche der Templer Hubertus Koch im Jahre 1221 am Untersberg errichtete. .

 

Am Untersberg erschien ihm die Göttin Isais erstmalig im Jahr 1226. Die Kernaussage der Botschaften der Isais war, daß nach noch einigen Jahrhunderten der Dunkelheit und des Kampfes, ein neues Lichtreich auf Erden entstehen wird, in welchem dem DEUTSCHEN REICH die zentrale Rolle zukommt. Unter diesem Aspekt denke ein jeder einmal über den dämonischen Hass und die Lügen und Hetze gegen unser Ahnen nach, welche durch die Propaganda der “Auserwählten” täglich in die Welt gebracht wird.

 

Das ist das Ende: wenn heimgekehrt ist alles zum Anfang. Das ist das Ende: wenn erfüllt sind alle Wanderwege, wenn ein jeder und eine jede durchschritten hat das Tor, wenn vollbracht worden ist jedes Werk. Seligen Friedens erfreut sich dann alles, fern aller Leiden, entronnen jeglicher Qual; getrocknet sind alle Tränen, alles hat glücklich wiedergewonnen das Heimrecht in Allvaters Reich. Das ist das Ende – der wahre Anfang erneut. Da erstrahlt allen Wesen das Licht aus dem Lichte – aller Wege Erfüllung. Noch fern ist die Zeit. Dies sprach euch Isais, ich, Grünlands Maid. Die Erwählten Vermögen’s zu fassen.

 

Quelle Isais Offenbarung Trutzgauer Bote 

 

 

Isais  Offenbarung

Wahr sprech' ich - euch zum Gehör.

 Bild geb' ich - euch zum Gesicht.

Rede Kenntnis und Weisheit, allumspannend,

von Voranfang bis Endesend.

 

Rede nicht Gleichnis noch Sinnbild, nicht umwegend Wort,

klar geb' ich kund, was war, was ist.

Menschwesen, da erdverbunden,

dem Sterben geweiht - und unsterblich zugleich;

Gestirnenkinder, himmlisch Gebor'ne -

vieltausendfach älter als darhier die Welt.

 

Lichtmachtsöhne und Töchter des Glanzes,

Himmelsbewohner, sich im Dunkel Verlor'ne.

Lichtlebendig - und doch dem Schatten erlegen;

ewiglich - und doch vom Sterben nicht frei.

 

Wanderer über den Graten der Welten,

neu diesseitsgeboren - wieder jenseitsbestimmt.

Götterkinder, doch göttergleich nicht.

 

Noch vielsagend mehr gibt es über die Menschen;

Alt ihr Geschlecht - jung ihre Welt.

Ungeboren das Menschenwesen,

seit Voranfang da, wird immerzu sein.

 

Voranfang war, da aus Vorewigkeit alles gegeben;

nicht Raum war noch Zeit.

Wesenlos schlummernd die Wesen da alle,

ehe Allvater sich ihrer erbarmte,

schuf meßbare Zeit, schuf Räume,

durchwanderbar: Himmelswelten.

 

Dort hinein sanken die Samen der Wesen;

Ewigkeit ward geworden aus Vorewigkeit,

Anfang dem Voranfange entsprossen.

Herabneigte sich Allvater, der Wesen zu sorgen.

Lebenskraft spendend, seelentfachend, geisterweckend.

 

Wach ward da Himmelwelts Leben und Weben,

erkennend die Wesen sich nach ihrer Art:

Waren solche, wie später Menschen wurden,

waren solche wie wurden Getier,

waren solche wie Pflanzengrün -

und waren Dämongeister.

 

Und alles doch nicht, wie heut die Erde es kennt,

was den Himmelswelten entfallen.

Ist ja himmelentsprungen, was im Irdischen lebt,

geflohen einst Allvaters Licht,

gesucht habend fremde Schatten - ahnungslos.

 

Denn ein Schattenfürst sich erhob wider die Welten des Himmels,

Allvater zu trotzen.

Ein Schattenreich sich der Schattenfürst schuf -

ferne den Himmeln: Die finstere Höll.

Leerenendlosigkeit zwischen diesen Welten sich dehnt;

keiner, der da versöhnte.

 

Auf der Mitte indes, zwischen Dunkel und Licht,

mächtige Geister sich Walhall erbauten.

Dort leben Allvaters kühne Götter,

Immerkampf herrscht zwischen ihnen und Höll.

Abfielen aber aus Himmelswelten zahlreiche Wesen,

anzuschauen die Höll.

Später sie wurden Menschen.

 

Solche alle in Ohnmacht versanken,

vergessend des eigenen Namens,

vergessend allens, was war.

Für diese Gefall'nen Allvater frisch erschuf neue Weltenheit:

Erdenreiches Diesseits mit dem All der Gestirne,

zur Abergeburt den verlorenen Scharen,

Wanderweg bis ans irdische Sterben

und Pforte zur himmlischen Heimkehr.

 

Jenseitsweltenbogen gab Allvater hinzu den Menschenverfall'nen;

Brücke für deren Wiederkehr.

Die Weltenheiten euch nenn ich nun alle,

wohlerschaff'ne, allvatergefügt:

 

 

Zu oberst die Himmelswelt ewigen Lichtes,

Allvaters Reich, aller Wesen ursprüngliche Heimstatt.

 

Das allumschließende Grünland dann ist -

 

keine Weltenheit, die es nicht umspannte,

diesseits wie jenseits des Spiegels.

 

Darin auch die Höll ist, die finstere, grause;

blutbrennend, Ekel endloser Qual.

 

Inmitten Grünlands Walhall hat seinen Ort;

starke Feste, herrliche Burg.

 

Diesseitsweltenheit auch schwebt im Grünen Land,

mit der Erde und den leuchtend Gestirnen.

 

Ebenso sich spannt da der Jenseitswelten

vielfarbiger Bogen:

von himmelhoch bis nieder zur Höll.

 

 

                  Gar zahlreich sind die Welten dort drüben,

                                           zu durchwandern nach irdischem Sterben den Menschen.

 

An Grünlands Rand, fern, liegt ein unheimlich Reich:

Die graue Gracht der Dämonen;

oft fürchterlich, doch auch still.

 

 

Die Schlafwelten gibt es in Grünland mehr -

 

und auch der Versunkenen schweigendes Tal.

Die Erdenbewohner kommen von dort,

keimlinggleich erst, diese Welt zu durchstreifen,

Heimkehr zu gewinnen.

 

Wahr sprech' ich, rede Kenntnis und Weisheit,

lehre Wissen und Weg euch mit klarem Wort.

In Himmelswelten wohnt Allvater mit seinen Getreuen.

In der Höll haust der finstere Schattenfürst, der Verworfene,

der Verderber: Schaddain ist sein Name.

 

In Walhall herrschen die heiteren Helden,

die Götter mit ihren Frauen.

Gastrecht bei ihnen Ischtara hat, Allvaters Botin.

Die Einheriar gehen dort ein und aus,

die doppelt Unsterblichen, Geschwister mein.

 

In das Diesseits alle Menschen gelangen,

mit ihnen Getier und Gewächs,

Erdensein zu durchwandern.

Der Jenseitswelten weiter Bogen

ihnen Weg bietet nach irdischem Sterben.

Einjeder wählt sich seine Bahn.

 

In Gründlands Gefilden alle können sich treffen:

Gute und Böse, jedwede Art.

Isais, die euch belehrt, hat dort ihr Amt.

Nächtens im Schlaf euer Geist aus dem Leibe sich hebt,

zu durchschweifen die Schlummerwelten.

Gar manches begegnet sich da,

tauscht mitunter sich aus auf Zeit.

 

Hochauf mancher Geist strebt auch hellichten Tags.

Schwingung vom Jenseits mag zu ihm sprechen,

Botschaft zu geben.

Doch warn ich: Oft solches ist Trug.

Aufmerkt, Menschenwesen, Erdnachgeborene!

Und schaut: Nicht hier liegt der Anfang.

Hört. Wahr sprech' ich euch und in deutlichem Ton,

gebe euch Rat:

Krieg ist im Reigen der Zeitenläufe,

seit Schaddain sich wider Allvater aufwarf.

 

Platz findet, Raum greifet, wo des Helden Schwert wird gebraucht,

wo nach kühner Tat wird verlangt.

Ort wisset, welcher der eure ist.

Wer zögert, der duldet - wer duldet läßt obsiegen Höll.

Sanft biete Gruß dem Sanftmütigen,

doch Schlachtruf schleud're entgegen dem Argen.

 

Kenne Liebe an ihrem Platz - wie die Stunde des Speers.

Mitleidvoll fühle, wo Notkrallen rissen ein Leid.

Hart blicke aber ins Auge des Greifers.

Aushole zum Schlag - nicht zaudere -

wo finstere Wolke sich niedersenkt.

Krieger sei - wo Kriegeswut vorherrscht.

Liebender sei am heimischen Herd.

 

Zwiegeteilt ist das Erdenwandern:

wie hell ist der Tag und dunkel die Nacht.

Nie wähne, eines von beidem bloß sei.

 

Wahr sprech' ich, will weiter euch weisen,

will zeigen, was ist:

Heimsucht Schaddain Erdenwelts Städte und Länder,

Meere und Schluchten, Wüsten und Wälder, Auen und Berge,

bricht auf die Qualquellen, blutdurchtränkt er die Völker,

als ein Gott sich gebärdend.

 

Vielgesichtig die Fratze des Bösen,

aus den Fugen der Erde allerorts gafft,

vielhäuptig die reißenden Rachen.

Kein Schwertstreich allein taugt, alle zu spalten.

Flammenmeer über den Ländern wird tosen

noch manche Zeiteinheit, ehe der Wurm vergeht.

 

Arglist nähret des Unwesens Wanst,

macht mächtig den Werfer der Schatten.

Wer wollte da Einhalt gebieten dem Grausen,

so lang nicht sich auftut der Krug klärenden Wassers?

Ausharret darum!

 

Bereitstehen sollt ihr durch alle Zeiten -

bis erfüllt sich die Stunde siegreichen Schwertes.

Hoch wehen dann wird die Flagge im Sturme

der endsiegenden Schlacht,

wenn Wasserkrugs Strahl netzt die Erdenwelt.

 

Fern der Tag, die Stunde des Sieges.

Fegende Wolken türmen herbei, Blitze sie speien.

Lichtreich! O Lichtreich, dem Schiff bricht der Kiel,

Trümmer nur landen am Harmstrand.

Auflest die Stücke, sorgsam hütet für neues Werk:

Siegschiff da einst.

Wenn der Strahl bläht das Segel -

von Jenseits er kommt durch Ilus Sonne, unsichtbar -

dann ist die Zeit.

 

Späht durch die Sternenwelt,

aufschaut zum Haupte des Stiers.

Die Lanze er bringt.

Ausmeßt der Sterne Maß: Vom Haupte des Stiers

bis zum Wasserkrug.

Unterm Mittel ihr findet den schwarzlila Stein.

Schwarzer Stein, wirkmächtig Kraft.

 

Isais einst holt' ihn wieder aus Höll'pfuhls grauser Stätte,

überlistend den Fürsten der Schatten, der ihn Walhall geraubt.

Darbrachte Opfer Isais,

schnitt vom Haupthaar sich eine Ellenlänge

und legte an Knabenkleidung,

um Schaddains Wächter zu täuschen.

Eindrang Isais so in Hölls finsteren Pfuhl,

zu retten den schwarzlila Stein:

 

Gewaltig seine Kraft, gibt Wasserkrugs Licht.

Heil den Wissenden! Heil den Weisen,

die befolgen, was ist angeraten.

Wirkmächtig werden sie sein.

So Frauenhaar bindet magische Kraft,

Jenseitsschwingung fängt ein es im Diesseits.

Je länger da wallet in Ebenmaß,

um so mehr lichte Kraft zu gewinnen vermag's -

doch nicht unbedroht in finsterer Zeit,

weil Schaddain danach lechtzt.

 

Strömende Geister, magische Schwingungskraft,

wählt der Maiden lang' Haar sich mitunter zum Hort.

Ist gut zumeist, spendet gar viel,

gibt Vermögen zu wirken durch Wollen.

Die im Hof und am Herd und im Licht, halten sich's lang, wahrlich sehr lang.

Doch welche offen wider die Finsternis streiten,

mögen's schneiden ein Stück, wie Isais zur Höllreis tat.

 

Wo der Finsternis Schwingung herrscht vor,

da nistet von solcher leicht manches sich ein

bei magisch werktätigen Frauen in den Haaren,

wenn diese länger als nötig sind;

notwendig aber ist das Maß einer halben Elle.

 

Machtvoll der Mann ist im Kampf mit dem Schwert

und kraft seines Willens - magisch indes ist das Weib.

Erkennen euch geben am Himmel die Zeichen.

Der Beruf'ne erfühlt's, die Erwählten begreifen's,

 

Sie rufen mich an:

"Aus dem Lichte des Mondes,

aus dem Dunkel der Nacht,

kommst du herbei, Schwester Isai,

die du immer uns gesehen,

die du unser stets gedacht."

 

Schwarz erscheint der Stein - und ist doch licht.

Urstoffteil - unsagbar stark.

Manneskraft führt ihn, Weibesart jüngt ihn,

macht wirksam da werden Walhalls Heer,

Seiner Heimstatt Volk Sieg er verleiht -

tausendjährig andauernd gewiß.

 

Denn in Wodins Berg ruht die Macht.

Stimmenklang vernimmt er, der Erwählten Zunge,

mag Fremdes nicht leiden. Ist nicht sich bewußt -

und doch tatengleich; ist schwarzlila Gestein - doch hell' Lebensmacht.

Ich, Isais die Maid, die ich euch erwählt, die ich zu euch rede,

geb' ihn eurem Stamm.

 

Wer Isais küßt Mund, Nacken und Haar,

wird wiedergeküßt werden von Isais' Geist.

Die Wahren erhör' ich, die Falschen jedoch schlägt meine Kralle.

So ich mich euch zeige, damit Bild ihr könnt formen -

sei's aus Holz, Erz oder Stein - zieh in es ein,

um als Schwester unter den Wahren zu walten.

 

Doch den Falschen komm ich als Pantherin.

Bin nahe euch so, bin mit eurem Stamm -

auf Jahr, Stunde und Tag - bis erfüllt sich die Zeit.

Wenn Ischtara wird aufgetan haben des Wasserkrugs

gläsernen Deckel und wirksam strahlt schon junges Licht -

dann Wandel herbeinaht.

 

Dann hat Isais ihr Werk vollbracht für die Zeit;

Ischtara trägt fortan das Amt.

Ihr sollt ihr dann küssen Mund, Augen und Haar,

der Lichtmächtigen sollt ihr dienen zum Zweck,

doch nicht vergessen Isaiens.

 

Einige aber, welche die Tapfersten sind,

die mögen an meiner Seite verbleiben.

Aus dem Scheine des Mondlichts ruf' ich sie mir.

Aus dem Lichte des Mondes, so rufen sie mich:

Solche sollen's sein, die das Schlimmste nicht fürchten

und das Schwerste nicht scheuen,

die verzichten auf nahen Frieden und Seligkeit,

weil in Grünland der Kampf noch nicht endet.

Ihnen will ich nicht mehr Schwester bloß sein,

sondern Braut und Gemahlin.

 

Erst wenn erfüllt, was Allvater will,

wenn gold'ne Zeit aufgeht über den Ländern der Erde

und in aller Völker Herzen, erst dann gelt' den Menschen Allvaters Zeichen allein.

 

Fern ist die Stunde, weit ist der Weg.

Noch lang herrscht vor die Nacht der Verwüstung,

ungefesselt brüllet Schaddain.

Sternentöchter und Himmelssöhne,

 

Allvaters Freunde, Schattenmachts Pein:

Hoch steigt der Wille, so Erkenntnis da webt.

Bestimmt ist der Sieger seit ewiger Zeit.

Aus dem Haupte des Stiers, Hilfe euch kommt

in Drangsal und Not, der Artgleichen Waffe.

 

Kinder des Stiers, Isais' Schwestern und Brüder, die Besten der Stämme dahier.

Fern haltet euch von fremdem Blute, rein bleibe der Stamm,

den Isais und Ischtara lieben, der vorbestimmt ist aus Allvaters Wort.

 

Himmlisch' Lichtströme allhier das Land durchwirken;

gerufen, gekommen, gehalten,

gebunden durch des schwarzen Steines Band.

Am Fuße des Bergs hier, tief verborgen im Fels,

soll er ruhen bis zur Stunde der Zeit,

bis Wodin Wort und Tat da ergreift.

Drum ihr sollt Isais' Kuß weiterreichen

durch die Geschlechter des heiligen Stamms;

nichts zerteile das Bündnis.

 

Spreche euch dies in deutlichen Worten,

mein nicht Sinnbild, sage genau:

Treu bleibt der Kindschaft in Allvater stets

und der Geschwisterschaft mein.Und beachtet den Bruder im Stier.

In Grünlands Weiten, Walhall nahe, ausbreitet die Schwingen Malok, der kühne,

Isais' treulicher Kämpe; der bei gefahrvoller Reise in die Burgen der Höll

herbeigeeilte Beschützer, der mich bewahrt' vor dem Schlimmsten,

Rettung mir brachte vor Schaddains Häschern.

 

Doch warn' ich, nur zu rufen Malok in höchster Not

und nicht anders als in meinem Namen.

Denn fürchterlich ist er sonst leicht.

Sag's jetzt euch, weil dem Stierhaupt er gleicht,

der geflügelte Krieger, der starke, der kühne,

der gewaltige - und doch alleine sich gilt.

Keiner ein Standbild dem Malok errichte - ohne auch das der Isais.

 

Sonst er kann anders kommen, als ihr rufen wollt.

Gezügelt, Maloks Wut wird zum Rechten geleitet -

verlangt in meinem Namen und Bild.

Viele Brüder hat Malok und manche Schwestern.

Mächtige Wesen, das Jenseits durchstreifende,

Zauberkunst wirkend und mitlenkend Kampfesgeschicke.

Völkerstämme nennen sie oft ihre Götter.

 

Eure Göttin aber Ischtara heißt, Allvaters strahlende Botin,

und eure heimlich Gefährtin Isais.

Sie werdet ihr sehen, wenn die Siegschlacht geschlagen,

zur Feier mit langwogendem Haupteshaar,

eh ich's zum Weiterkampf abermals kürze.

Dies sprech' ich, weil ihr's wissen müßt,

mein Bild stets zu kennen.

 

Wie ihr es denkt - so erkenne ich mich.

Denn alle Gedanken sind in Grünland zu sehen,

wohlverständliche Botschaft und Bilder.

Und beachtet erneut, daß Malok kann werden zu wilder Gewalt,

so Isais' Zügel sollt reißen durch unbedacht Menschenhandeln.

Ehre geben mögt ihr ihm immer, dem einsamen Recken -

stets war er treu - doch wisset:

Menschengefühle kann Malok nicht kennen.

Drum der Irrufer verschuldet die Irre sich selbst.

Ich spreche zu euch, was zu wissen euch nottut.

Merket wohl alles! Nichts ist zu versäumen.

 

Drei Flammen laßt brennen zu jeder Zeit,

wo vielleicht ein Bildnis des Malok steht nächst dem meinen.

Speeres und Spiegels hohes Geheimnis ist euch schon von Isais gegeben.

 

Ihr wandelt zwischen Grünland und Erdenwelt.

Weit web ich, Band eurem Streben.

Unsichtbar meist - und doch strenge fest.

Altvordere wußten, ritzten die Runen, hielten Allvater Wort.

Bis fremde Winde den Giftstaub da bliesen

hinein in die Gedanken der Menschenwesen,

bis Übelsaat aufging all unter den Völkern.

Aufweckt Erinnern, was lag lange schlafend,

neuer Strahl alte Sonne läßt leuchten, innere Sonne, inwendig Licht.

 

Altüberliefert, doch ewiglich jung:

Hohen Geschlechts aufragender Geist.

Die Ahnen blicken von drüben.

Altvordere wußten, ritzten die Runen, gaben wohl kund,

kenntnisreich überbringend von vielem, was war,

was gewesen vor langer Zeit:

 

Drei Völkerstämme zu dem Volke sich einten:

Landgebor'ne, Seegebor'ne, Luftgebor'ne da waren.

Die ersten dem alten Boden entsprossen,

die zweiten von ferne gesegelt über das Meer,

die dritten aus dem Sonnland gekommen,

vom hohen Turme nahe den Wolken.

 

Alle sie einte in früher Zeit schon Thale, die heilige Insel.

Des sich besinnend, sie vereinten sich neu - allvatergeführt.

Viele vergaßen's, manche durchschauten es nicht:

Ein Volk war es immer gewesen. Seit uralter Zeit:

Schicksalzerteilt - geschickhaft wieder geeint.

Erst' teilend' Geschick war rasend Feuer - allüberall.

Verbrennend die Erde, versengend das Gras, verdunstend die frischen Gewässer,

aufzehrend der Völker Mark. Zweit' teilend' Geschick war stürzende Flut -

allüberall überschüttend, strudelreißend, wogenschäumend,

brechend hervor aus den Wolken, herbeitobend aus Flüssen und Meeren.

Länderversenkend, völkerverschlingend. Dritt' teilend' Geschick kam mit eisigem Griff -

grollende Riesen ohne Erbarmen; fliehen mußten die Menschen.

 

Drei teilend' Geschicke teilten ein Volk in drei.

Auseinander sie gingen - wieder sie sich gefunden.

Gesandt war zu ihnen - auf Allvaters Geheiß - Ischtara,

wieder zu einen, neu zu bilden Mitternachts Volk, die Urherren der heiligen Insel.

Weil Wasserkrugs Licht braucht tragende Stärke,

so unsichtbar sich ergießt über die Menschengeschlechter.

Da sollen die Bestimmten wieder vereint sein - in goldener Zeit - tausendjährig -

umzuwandeln Wasserkrugs Licht in innerlich Gold.

 

Ischtara und Isais

drum geheißen zu zweit aus Allvaters Wort,

eine jede in ihrer Weise, den Helden leitend zu dienen.

Wahr sprech' ich, Isais, Wissensdurst euch zu stillen

aus der Erkenntnis Brunnen:

Weise schickte hinab zu den Menschen Allvater manches mal,

sandte Ischtara auch in des Großkönigs Reich,

der die Erde beherrschte von allen Winden. Bel hieß sein Land.

Aufschreiben ließ er, der mächtige König,

wie ward wiedergegeben aus einer Seherin Mund.

Hoch bis nach Thale, zur heiligen Insel,

der Großkönig kundbracht' die Botschaft der Göttin

in den Zeitenheiten goldenen Wissens.

 

Zeiten darauf Finsternisfluch sich nahte den Menschen,

als Schaddain grausame Diener sich kürte

und diese ihn nahmen zu ihrem Gott.

Haßwolkenfinsternis die Sterne verdunkelt',

Blutrausch erwachte, Entsetzen den Völkern.

Finsterniszeit, Arglist des Trachtens, Bosheit der Tat:

Schaddains Brut weit sich breitet' aus und gewann Raum.

Zu Blutrinnen wurden die Furchen der Erde;

keiner mehr liebte den andren.

 

Geschlachtet ward gar Allvaters lebendige Botschaft

durch die Knechte des finsteren Grauens.

Denn Allvater als Allkrist selbst war's gewesen.

Finsternishaß wider ihn kam zur Wut.

Lichtmacht gemartert, Wahrheit zerstampft,

Befreier gebunden - schreckliche Zeit!

 

Isais hielt Ausschau, von Grünland her,

nach wackeren Helden, ungebeugten.

Prüfend sie sah den bestimmten Stamm,

zu dessen Besten sie sich bekennt.

Wenige sind's, auf das Ganze gesehen,

und auch daraus Geringe an Zahl.

Die ich erkannte, durch grünländ'schen Spiegel:

die heilige Schar. Ihr gilt mein Herz.

Zu euch ist's gesprochen. Hoch haltet die Wahl,

nicht mißachtet die Kür.

 

Kein and'res Geschlecht eures Dienstes könnt walten.

Erkenntnis gewonnen der schwebende Adler -

einsam über den Wolkenhöhen.

Schweigend betrachten, stille begreifen -

wissend vorangehen: So tut der Weise.

Fragen des Tags nächtens finden sich Antwort,

wenn eingelegt Ahnen ruhig aufsteigt dem Geiste.

 

Mannesschwert, kampferhoben, ist zweierlei:

Außen das Erz und innen der Wille.

Nie der Erwählte, der Kluge, der Reife säumt,

der Geschicke Bahn schon von fern zu erspähen.

Wer sich kennt, erkennt des Geschickes Verlauf, seine Bestimmung.

 

Leicht der Nichtkennende strauchelt.

Arbeitsschaffen ist hohen Sinns Tat. Ob klein oder groß.

Gedeihen sehend das Werk, ihr euch in ihm erkennt,

schöpft Freude und immer neu Kraft.

Aufmerkt! Vieles sag ich euch nicht alleine von mir,

stehe in Allvaters Pflicht - zuoberst sein Wort.

Danach erst das Trachten mein.

Gewiesen ist, daß auch Ischtara ihr hört. Botin ist sie zu ihm.

Drum gebt ihr Ehre, Bildnis und Ort.

Am Tag vor der Zeit sie mag zu euch noch sprechen,

falls Allvater will. Drum freihaltet ihr Raum.

 

Der Ischtara schafft heilige Säule,

hoch aufgereichtet gen Himmel, wenn Wasserkrugs Zeit naht.

Dann gehe über von mir zu ihr das Band,

dann küsset Ischtara Augen, Lippen und Scheitel.

So Ischtaras Licht leuchte dem kommenden Frieden -

wie zuvor dem Kampf Isais' Glut.

Was euch gesagt aus Isais' Mund:

Euch gilt's. Nicht allen Menschen. Nicht allen Völkern.

Wäget, was zu wissen ist allen:

 

Allvaters Überschauen des Weltenheitensgeschehens,

Allvaters Sorge, Allvaters in allem wirkendes Wesen.

Ischtara und Isais: Sie gelten sonderlich euch.

Nicht jeder könnt fassen, was hier ist verlangt.

Nicht lasset danach greifen die Schwachen.

Verschieden sind die Bewohner der Erde,

unterschiedlich, was ihnen frommt, was ihres Amtes, welcher Weise ihr Werk.

 

Erkennen helft einem jeden, zu finden das Seine;

denn jeglicher hat seinen Ort nach seiner Art.

Verwirren will Schaddains blutdampfende Klaue.

Lug ist ihm zueigen, Mißgunst lehrt er,

schürt den Neid vom einen zum andren.

Lauscht aller Stimmen, jedes Zeichens habt Acht.

Falschheit werfen in die Welt Schaddains Diener.

Vorsicht habt. Nicht vergeßt: Unrein ist die Menge der Menschen dahier,

abfielen sie alle aus Allvaters Heim.

 

Groß ist das Übel, ehe Wasserkrugs Strahl hat geklärt;

Hinterlist mannigfach, Verrat häufig, Tücke bewohnt diese Welt.

Unschuldig allein sind die Tiere der Erde, die Fische des Wassers,

die Vögel der Luft und alles, was da kräucht, springt und läuft.

Unschuldig sind auch die grünend Gewächse. Dies und diese all sind darum geheiligt.

 

Isais, mir, steht nahe die Katzenheit, groß und klein.

Solche weiland standen im Kampfe mir bei

gegen die Mächte des Bösen an Grünlands Gestaden.

Im Katzengeschlecht ehrt ihr auch Isais' Art,

verwandt sind die Schwingungen beider Geister.

Wer ist der Stärkste? Wer der mutigste Held?

Der ist's, der da zieht durchs Jenseits und durch Grünlands Gefild' in Allvaters Kraft,

durch treulichen Glauben, den inner' Blick gerichtet zum himmlischen Reich.

 

Ewiges Leben ist da versprochen, unverbrüchlich gegeben.

Merket: Es gibt keinen Tod!

Sterben heißt Anfang, erneutes Wandern durch andere Weltengefüge.

Nichts schrecke euch, nichts bereite euch Furcht.

Das Licht leuchtet ewig - lebendiges Licht -

Teil davon fest in euch alle gesenkt.

Was Mensch ist auf Erden, Getier und auch grün' Gewächs:

ewiglich lebt's immerfort.

Bewahret dies selige Wissen.

 

Heilig sich werden finden am Berg der Versammlung

hohe Fürsten im Schutze der Götter, weise zu walten.

Unter des Weltenbergs heimlichem Schirm,

unsichtbar den Augen der Menschen, unangreifbar da steht,

faßbarer Stein, den Menschen bereit.

Aufragt von da des Weltenbaums Wipfel:

Keiner sieht ihn mit irdischem Auge - und doch ist er da.

 

Heilige Stätten, heilige Haine, wallose Tempel:

Allvaters Atem dort anhaucht den Besucher.

Da wird der Suchende finden, ergründen der Himmel Hauch.

Das ist das Ende - wenn diese Welt vergeht - Himmel und Höllpfuhl bleiben bestehen.

Und keiner wechselt mehr den Ort.

 

Das ist das Ende: Wenn heimgekehrt alles zum Anfang.

Das ist das Ende: Wenn erfüllt alle Wanderwege,

wenn durchschritten ein jeder und eine jede das Tor,

wenn vollbracht jedes Werk.

Seligen Friedens dann sich alles erfreut, fern aller Leiden, entronnen jeder Qual: Wiedergewonnen Gott Allvaters Schoß.

 

Das ist das Ende. Ewiger Anfang erneut.

Licht aus dem Lichte scheint allen Wesen -

aller Wege Erfüllung. Noch fern ist die Zeit.

Dies sprach euch Isais, ich, Grünlands Maid.

Die Erwählten vermögen's zu fassen.

 

Quellen:

Aus Thule Tempel Wissensbuch

 

 

 

  

Gebote der Iasis 

 

ERSTES KAPITEL

1.1

Wisset:

Waffe und Wehr euch machtvoll sind die Gedanken, rechtgebraucht.

 

1.2

Bilder eure Gedanken all sind – Jenseits kann's sehen.

Worte eure Gedanken sind – Jenseits kann's hören.

Als zielvoll Gebet, hoffend als Wunsch – oder unwollend getan.

 

1.3

Gesehen werden alle Gedanken, aufgefangen von dem,

dem sie frommen. Solche Macht wird entsprechen.

 

1.4

Finstere Gedanken darum kennet keine, sonst Finsternis ruft ihr herbei in arger Gestalt, Teufel oder verkommene Geister.

 

1.5

Im Kampfe sogar – dies lernt – haltet frei euch von bösen

Gedanken. Arm der Verworfne, der Arge, den ihr bekämpft. Gedenkt zu ihm Mitleid,

wenn auch die Stunde nötigt zum Streit.

 

ZWEITES KAPITEL

2.1

Wisset:

Das die Gefühle, die sollt ihr nicht kennen: Hass, Rachsucht, Vergeltungswut, Zorn, Neid, Missgunst, Ärgernis, Streitsucht, Misstrauen, Unduldsamkeit. Furcht niemals habt vor der

Macht des Bösen. Und tut Schimpf keinem an. Denn all solches zeugt Finsternis.

 

2.2

Doch sollt ihr auch nicht tatenlos zuschaun' dem Wirken des Bösen.

Sollt auch sein nie lau, nie träge, nicht abwartend, daß ein anderer was ihr tun könnt tue.

Acht gebt: Auch heftigster Kampf kann Gelingen ohne finst're Gedankenschwingung.

 

DRITTES KAPITEL

3.1

Wisset: Machtvoller Schutz und Machtvolle Waffe sind da durch lichte Gedanken. Drum sollt allen Wesen zunächst ihr freundlich begegnen. Ob Mensch oder Tier, Geist oder Dämon.

Freund sein könnte ein jedes. Lichte Schwingung wirft Lichtes zurück. Wo Höllenmacht Gift drinnen steckt, merkt ihr's bald.

 

3.2

Erstens alles Gute bloß denkt. Ist drüben stark das Arge, gewahrt ihr's zur rechten Zeit.

 

3.3

Lichter Schwingung gute Kraft, Widerhall findet fast überall. Selbst in der Wüste der Löwe und im Walde der Wolf greift so euch nicht an.

 

3.4

Habt ihr erkannt in des Finstermachts Zeichen, schreitet hurtig zur Wehr.

 

VIERTES KAPITEL

4.1

Wisset: In all den Welten und Weltenheiten, diesseits und jenseits der Spiegel, Immer Kampf tobt zwischen Finsternis und Licht, zwischen guten und bösen Wesen: Den Helden des Lichts und den Knechten der Finsternis.

 

4.2

Ein jeder steht inmitten des großen Kampfes. Wissend oder unwissend, teilhabend oder duldend.

 

4.3

Im Geiste die Stärksten auf Erden. Bloß sind berufen auf das Feld dieser Schlacht.

Die übrigen Lichtpanzer mögen sich bilden durch Bravheit und reine Gedanken.

 

4.4

Und bedenket: Nicht fern sind des Jenseits Grenzen. Nah ist der Spiegel. Durchwoben vom Jenseits die diesseitige Welt.

 

FÜNFTES KAPITEL

5.1

Wisset: Spiegelgleich zwischen Jenseits und Diesseits die Grenzen. Diesseits erkennet bloß Spiegelbild; doch Jenseits klar blickt hindurch, leicht kann eindringen auch in Diesseitswelten.

 

5.2

Erdenwesen, seht das Jenseits nicht vor irdischem Sterben, so das Geheimnis ihr nicht habt

von Wodins Speer und von Ischtaras Spiegel, wie ich euch, meinen Getreuen,

gegeben.

 

SECHSTES KAPITEL

6.1

Wisset: Ewig währt aller Wesen Leben. Wiedergeburt ist in den Reichen des Jenseits.

Unsterblich seid ihr.

 

6.2

Doch sind die Jenseitsreiche alle verschieden. Grünland allein, das weite, große, alles umschließt. Eine Schwingung dort vorherrscht – Allen Arten gemäß. Sie ergibt nur eine Farbe:

Die Grüne.

 

6.3

Um die Erdenwelt, dicht, liegt Nebelheim. Jenseits und Diesseits vermengen sich da. Arge Wesen oft angreifen von dort aus die Menschen.

 

6.4

Ihr, meine Getreuen, besitzt den Speer. Sollt drum die Kämpfe in Grünland nicht scheuen

noch das Ringen in Nebelheim.

 

6.5

Ihr, meine Getreuen, die ihr besitzet Ischtaras Spiegel, sollt ihn anschauend benutzen,

hineinwirken in Grünlands Gefilde.

 

6.6

Denn Streiter ihr seid auf dem Grat zwischen diesseits und Jenseits.

 

SIEBENTES KAPITEL

7.1

Wisset: Auch gab ich euch höchste Macht; Den schwarzlila Stein. Von der Ursonne Strahlenball wirkmächtig geschliffen.

 

7.2

Gab euch dazu von meines Hauptes Haaren, den Stein sorgsam einzuhüllen darin.

 

7.3

Wohl bewahrt für die Stunde Der Zeit! Der Stein bringt das goldene Reich.

 

Quelle

Causa Nostra

 

 

 

Vom schwarzen Stein

Aus Thule Tempel Wissensbuch

 

1 Der schwarz-lila Stein, gottmächtig geboren, ist Weisheit und Stärke, ist Kraft göttlichen Lichts; gegeben aus Allvaters Hand in Walhalls Burg. Dort ihn die Götter behüten.


2 Fröhlich sie lebten, feierten Feste, keine Sorge braucht’ sie zu plagen.

Wodin und Thoren, Istara und Sifa, und alle die Großen des Reiches, unbekümert da lebten.

Der schwarz-lila Stein. Verlieh Walhall die Macht.


3 Draußen oft heftige Kämpfe tobten, auf Grünlands weiten Gefilden.

Dämonen stritten mit Scharen Schaddains, den Heeren des Fürsten der Schatten.


4 Wohl lebten die Göttinnen und die Götter unterdessen in Walhalls sicherer Burg;

Bloß aus Kampfeslust mit streitend, mitunter wider die Scharen Schaddains.

Das meiste indes sie getrost ließen tun, von den Krieger aus Kuthagracht.


5 Diese schlugen auch stets der Finsternis Heere, kehrten hernach heim zu Kuthagrachts Zinnen ins ferne Dämonenreich.


6 Versprengte Reste jedoch, von Schaddains Heeren, umherstrichen einmal in Walhalls Näh’,

wie hatte anbefohlen der Fürst grausiger Schattens.


7 Und es war, während gerade die Götter froh zechten, dass zwei von Schaddains Kriegern

drangen ein in die Burg, heimlich und unentdeckt. So stahlen sie da den Schwarz-lila Stein,

waren verschwunden mit dem Kleinod, noch eh’ man’s vermisst.


8 Groß war das Klagen, laut klang das Schelten, bald daraufhin in Walhalls Burg. Wer gewänne wieder den machtvollen Stein? Wie sollt es geschehen? Der Jammer war groß!


9 Da sprach Isais, die Maid, die just weilte mit Gastrecht an der Götter Tafel: Ich bringe euch wieder den kostbaren Stein, wenn Wodin mit gibt seines Speeres Spitze, und Istara ihren glänzenden Spiegel.


10 Freudig gleich gingen die Götter d’rauf ein: vollzogen wurde der Handel. Isais nahm an Knabenverkleidung, für die gewagte Tat. So bestieg sie dann Widar, ihr Flügelroß, das weiße,

und nahm auf den schwierigen Weg.


11 Lang ward in Walhall des Harrens der Zeit, man entbehrte des Wundersteins Schutz. Bis endlich Isais ihn wiederdar brachte, begleitet von Malok, dem Kühnen.


12 Der Götter Dank doch währte nicht lang; der Isais sagt’ man,wie ein Knab säh’ sie aus und könne, als Weib, so in Walhall nicht bleiben.


13 So ritt von dannen Isais, die Maid, begleitet von Malok, dem Helden.

 

Quellen Causa Nostra

 

 

Iasis Hoffnung 

1 Durch Eisenzeiten werdet ihr gehen,

durch grausame, harte, ohne sonniges Wesen.

Es darf euch nicht schrecken.

Denn härter seid ihr.

 

2 Durch hohle Leere werdet ihr gehen,

durch Stunden anscheinend verlorenen Sinns.

Es darf euch nicht lähmen.

Denn sinnreich seid ihr.

 

3 Durch steinige Wüsten werdet ihr gehen –

trostlos und ohne Beschirmung.

Es darf euch nicht quälen.

Denn Trost euch und Beschirmung seid ihr.

 

4 Durch wütende Stürme werdet ihr gehen;

alles, scheint’s, reißen sie fort.

Es darf euch nicht machen klagen und zagen.

Denn reich seid, im Inneren doch, ihr.

 

5 Durch rohe Gebirge werdet ihr gehen,

mitleidlos schroff das Gestein.

Es darf euch nicht hindern.

Denn zäher seid ihr.

 

6 Durch das Leid der Enttäuschung werdet ihr gehen,

bereitet durch Menschentum.

Es darf euch nicht beugen.

Denn wahrhaftig seid ihr.

 

7 Durch mannigfach Drangsal noch werdet ihr gehen –

und doch stets obsiegen.

Denn die Hoffnung seid ihr.

Und recht vertrauend Hoffen zieht an,

mein und der Götter Kräfte.

 

8 Dies merkt drum:

Allzeit Hoffnung sei stark.

Nichts dann könnt euch Bezwingen.

 

Quelle:

Freundeskreis Causa Nostra: Arcanorum. Causum Nostrum - das lebendige Ordensbuch. 

 

 

 

 1226 nach Christus Geburt