Ein Blick in den Spiegel,

 

ICH sehe mich,

die Schuld, sie steht mir geschrieben ins Angesicht.

Wohin soll ich flüchten,

wohin nur gehen,

Ich kann diesen Schmerz, kann ihn nicht mehr sehen.

 

Wohin nur mit mir, Wohin?

Es ist unerträglich das "Ich bin"

Ich klage, ich zweifle, ich leide und flieh.

Es wird nicht besser, es zieht sich nur hin.

 

Was ist zu tun?

 

Erneut blicke ich ins Spiegelbild.

Was ich jetzt sehe berühret mich,

das alles bin ja "Ich".

 

                     Freundlich nun berühre "Ich", ganz allein mein Angesicht.

                             Tröstlich ist der Akt des Tuns, es jubelt meine Seele nun.

 

Wer bin "Ich", wer war "Ich", wo will "Ich" hin,

frag ich mich und mein Herz wird still

 

Atempause - nun kann "Ich" sehen.

Es war gar kein Fehltritt, kein Vergehen.

Alles war rechtens,

ich konnt`s nur nicht sehen.

Hatte, anderes im Sinn.

 

Nun ist`s geschehen,

"Ich" hab die Wahrheit gesehen,

Freude und Güte, sind jetzt in meinem Blick.

Das freundliche Selbst, es ist mein neues Geschick.

 

Das Richten, das Urteilen, alles vorbei.

Jetzt ist die Zeit, universeller Fruchtbarkeit.

Die Saat, die ich einst, in Weisheit gesät,

geht nun auf, weil kein Zweifel mehr sie quält.

 

Vorbei ist die Zeit des Leidens nun.

 

Und es erklinget Engelsgleich, der Seele ewg`er Schwur,

zu dienen, dem Einen nur...

 

und ich erneuere das Band.

 

© Maria Theim