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Wie alles begann...

Ich gehe in den Garten. Da ich morgen Rasen mähen will, laufe ich an den Ort wo der Benzinkanister steht. Auf dem Weg dorthin komme ich an ein paar Waschbetonplatten vorbei die von hohem Gras und Kräutern zugewachsen sind. „Da zappelt doch etwas“. Ich gehe näher hin und entdecke einen jungen Vogel der wohl aus dem Nest unter dem Dach gefallen ist. Ich glaube es ist ein Haussperling. Er ist Nackt und hat gerade mal an den Flügeln und am Schwanz den Ansatz von Federn. Vielleicht höchstens ne Woche alt.

Die Spatzen- Kolonie die seit langem unter unserem Dach wohnt ist Riesig. Unzählige Nester in 6 Meter höhe. Das richtige Nest zu finden ist unmöglich und die Nacht wird Kalt und die Katzen und Marder lauern.

Ich sage Maria bescheid und wir bringen den Kleinen ins Haus wo wir ihm in einem Karton ein Nest bauen. Er zittert und bettelt um Futter. Was ist jetzt nur zu tun? 

Wir haben vom letzten Jahr noch Aufzucht-Futter da, das im Wasser aufgeweicht werden muss. Wir geben es ihm mit einer Pinzette. Vorsichtig. Das wir seinen Schnabel nicht verletzen. Er bettelt weiter. Offensichtlich schmeckt dem Kleinen das aufgeweichte Futter nicht. Also fahre ich los und besorge Mehlwürmer.

Zum Glück haben wir uns letztes Jahr schon mit dem Thema befasst und rein gelesen, so das wir zumindest wissen, das man den Mehlwürmern den Kopf entfernen muss. Am Anfang etwas grausig und gewöhnungsbedürftig aber mit der Zeit geht’s. Jetzt frisst der Kleine gierig mit weit aufgerissenem Schnäbelchen und ist nach 10 Mehlwürmern satt. Wir geben noch etwas Küchenkrepp ins Nest damit er es etwas wärmer hat. Wir hoffen er übersteht die erste Nacht.

Am nächsten Morgen ist der kleine Spatz putzmunter und bettelt lautstark um Futter. Ich köpfe 10 Mehlwürmer. Am Ende sind es 20 Mehlwürmer. Der Appetit wächst, was ein gutes Zeichen ist. Stündlich wird der kleine Spatz gefüttert.

Eine gute Freundin die selbst Papageien großzieht verweist mich an ihre Tante die Mitglied im NABU und Tierarzthelferin ist und Jungvögel aufzieht und auswildert. Was für ein Glücksfall. Wir besuchen sie und lassen unseren kleinen Spatz begutachten. Er ist gesund und quicklebendig.

Wir erfahren, das junge Vögel eine Körpertemperatur von 38°C benötigen. Also besorgen wir uns einen Inkubator mit dem man unter anderem Eier ausbrütet. Ein Brutkasten sozusagen dessen Temperatur einstellbar ist und durch Zugabe von Wasser in einem speziellen Fach die nötige Luftfeuchtigkeit erzeugt werden kann. Und damit unser kleiner Nimmersatt die nötige Nestwärme erhält bekommt er Gesellschaft ins Nest. Ein zweiter Jungvogel der etwas älter zu sein scheint. Genau kann man das nicht sagen. Jetzt ist Alarm im Nest.

 

 

Wir bekommen noch viele gute Tipps mit auf den Weg:

 

-Mehlwürmer allein sind zu einseitig. Heimchen, zu Anfang mittelgroße, sind eine gute Ergänzung. Da die Heimchen sehr sprunghaft sind, empfiehlt es sich, sie vor dem öffnen der Schachtel schock zu frieren.

 

-Dazu ein spezielles Vitamin- Aufbaupräparat für Vögel und Reptilien. Darin tunkt man ca 5 Heimchen (mittlere) am Tag in das Pulver:

 

-Um den kleinen die nötige Feuchtigkeit zukommen zu lassen tunkt man die Heimchen und Maden ins Wasser.

 

-Um Verletzungen beim Füttern vorzubeugen ist eine Pinzette mit abgerundeten Spitzen dringen erforderlich.

 

Wir setzen die kleinen in ein selbst genähtes Nest und stellen dieses in den Inkubator. Nun haben die beiden ein warmes Nest.

 

Wie viel die Kleinen schon können. Ihr Geschäft erledigen die beiden instinktiv über den Rand aus dem Nest. Mutter Natur sorgt für alles. Die kleinen Päckchen sind mit einer Art fester Haut umgeben, so das mann die Päckchen mit einer Extra-Pinzette entsorgen kann. Ansonsten besteht der Tag eines kleinen Vogels aus fressen, schlafen und päckchen abliefern. Zumindest in den ersten 2 Lebenswochen.

 

Der Zeitaufwand sowie der Tagesablauf für die Versorgung, ändern sich völlig. Man kann beinahe behaupten, es ist ein neuer Lebensabschnitt.

Stündliche Fütterung von 6°° - 21°° Uhr, besorgen von Heimchen und Würmern, präparieren des Futters. Säubern des Nestes.

Auch wenn es am Anfang sehr Zeitaufwendig ist bestätigt sich mit jedem Wachstums-Fortschritt die Richtig- und Wichtigkeit unseres Tuns. Die kleinen Vögel heranwachsen zu sehen, wie ihr Federkleid wächst, ihre ersten Flugversuche, der Umzug in den großen Astlingskäfig ( nach ca. 14- 18 Tagen), wie sie sich entwickeln und zu kleinen Persönlichkeiten werden, ist für uns so faszinierend das wir diesen Aufwand gerne betreiben.

 

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