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Vom Suchen mit offenem Herzen

Vor einigen Jahren vollzog ich mit meiner Frau Maria eine Familienaufstellung. Ich wollte gewisse Dinge, die mich lange Zeit umtrieben, lösen und verwandeln. Es kamen viele Freunde die als Stellvertreter für meine Sippe standen. Es verlief alles sehr ruhig und aufschlussreich und geordnet. Bis Maria ein weiteres Blatt in den Raum legte. Sie fragte die Stellvertreter:         "Was empfindet ihr wenn ich dieses Blatt hier hin lege?" Es folgte Verwunderung und viele fragende Gesichter. „Wer oder Was soll das sein“? Maria: „Sagt ihr es mir?“ Stellvertreter: „Wir wissen es nicht..... Hm. Eine Person. Eine Person in dieser Familie? Ein Kind.“ Maria fragte mich: „Weißt Du was davon?“ Ich verneinte. Mir war eine weitere Person ob Geschwister, Onkel oder Tante nicht bekannt. Im weiteren Verlauf kam zu Vorschein, das es sich um ein Geschwisterchen meinerseits handeln musste. Wie ich schon sagte war mir nichts bekannt. Und so wurde vieles in dieser Aufstellung geklärt, doch das Thema „Geschwister“ blieb offen.

In den folgenden Monaten schenkte ich diesem Thema nicht all zu viele Gedanken und vergaß dieses Thema beinahe wieder. Bis eines Abends mein Bruder zu Besuch kam.

Im laufe unserer Unterhaltung kamen wir auf unserer Familie zu sprechen und mein Bruder sprach den magischen Satz: "Jetzt sind wir endlich vollzählig. Wir haben eine Schwester!!" Mich traf fast der Schlag und sofort viel mir meine Aufstellung ein. Diese lag ja bereits über ein Jahr zurück.

Mein Herz klopfte wie wild. Wow, ich habe eine große Schwester. Sofort wollte ich mehr, ja, alles wollte ich wissen. Aber mein Bruder konnte mir nicht all zuviel erzählen. Sie ist die Tochter meines Vaters. Und ist Ende der 50 er geboren. Ein Brief wurde in einem Buch meines Vaters gefunden, wo er wohl schon viele Jahre lag. Ich habe lediglich erfahren das meine Schwester Sonja M. heißt und in Neustadt an der Aisch wohnt, oder wohnte. Für mich war sofort klar meine Schwester zu suchen. Aber wo sollte ich anfangen. Ich wusste keine Strasse, keinen aktuellen Wohnort. Stimmte der Name noch? Es ergaben sich Fragen über Fragen. Als erstes postete ich eine Suchanfrage auf meinem Facebook- Profil. Es kamen sehr viel gut gemeinte Wünsche und Likes. Aber niemand schien eine Sonja M. zu kennen. Dann griff ich zum Telefon und rief alle Ämter an die mir vielleicht mehr über meine Schwester sagen konnten. Einwohnermeldeamt, Landratsamt, Amtsgerichte, Rathäuser. Entweder waren keine Einträge vorhanden oder mann durfte mir aus Datenschutzgründen keine Informationen weitergeben. Auch ein erneutes Gespräch mit meiner Mutter und meiner Tante, der Schwester meines Vaters, brachten ebenfalls keinen Erfolg. So langsam verließ mich der Mut weiter zu suchen. Fragen tauchten auf wie „ Vielleicht lebt sie gar nicht mehr?“ - Aber wenn ich die Augen schloss und hinspürte wusste ich das sie noch lebte. „Wenn ich sie finde ,mag sie mich überhaupt kennen lernen? Oder ist da Groll?“ Mit der Zeit hörte ich dann auf zu suchen und die Monate verstrichen. Doch meine Schwester war ständig da. Immer wieder dachte ich an sie. Wer sie ist? Wie sie wohl lebt? Wie es ihr wohl ergangen ist, all die Jahre?

Maria bot mir vor ein paar Wochen an, alle Sonja M.'s um Neustadt anzurufen. Irgendwann wird die richtige schon dabei sein. Das war wunderbar und super lieb, dennoch war es nicht stimmig für mich. Eine Stimme sagte mir immer wieder: „ Was Gott verbunden hat, kann der Mensch nicht trennen.“ Dieser Spruch aus der Kirchlichen Trauungs- Zermonie war ständig präsent.

Wenn die Zeit reif ist, werden wir uns finden. Und der Tag kam.

Eines Nachmittags nach der Arbeit, es war der 21. Juli 2020, saß ich wie immer bei einer Tasse Kaffee an meinem PC um meine E-Mails zu checken und etwas Musik zu hören. Irgendwann öffnete ich die Facebook Seite und sah einen Post von der Gruppe "Neustadt an der Aisch". Da fiel mir auf das ich bei meiner Suche nach meiner Schwester dieser Seite beigetreten bin und ab und an laß was da so gepostet wurde. Immer in Gedanken dabei: Meine Schwester.

Da kam der Geistesblitz!!........ Warum zum Donnertromel schreibe ich nicht einfach eine Suchanfrage direkt auf die Seite „ Neustadt an der Aisch“? Und warum hab ich das nicht schon früher getan?

Gesagt getan und ich schrieb folgende Nachricht:

 

„Hallo liebe Neustädter. Ich schreibe hier mit einer etwas ungewöhnlichen bitte. Ich habe vor ein paar Monaten herausgefunden das ich eine Halbschwester Namens Sonja M. habe. Sie müsste heute ca 60 Jahre alt sein. Ich weis nur das sie mal in Neustadt wohnt oder gewohnt hat. Sie hat, soviel ich weis, 2007 versucht Kontakt mit ihrem/ meinem Vater aufzunehmen. Liebe Sonja bitte meld dich bei mir. Oder wer sie kennt.

 

Nach dem ich diese Nachricht gepostet hatte schaltete ich den PC aus und ging einkaufen. Auf der Fahrt in die Stadt sprach ich mit Maria darüber und wir waren uns einig das meine Schwester und ich energetisch verbunden sind und es nur eine Frage der Zeit und des rechten Augenblickes ist das wir uns finden!!!

Als ich 2 Stunden später nach Hause kam und den Einkauf verräumt hatte schaltete ich den PC wieder an und öffnete Facebook. 4 Nachrichten!!!:

 

Meine Tante hieß mit Kindheitsnamen

   Sonja M. und ist 61 Jahre alt.

   Ich werde es ihr mal weiterleiten

 

Meine Halbschwester Hieß auch Sonja M. vor ihrer Hochzeit

 

Es gibt eine Sonja M. in Baudenbach, Lkr. Nea/Bad Windsheim

 

PN

 

Pn – ist gleich Persönliche Nachricht.

Irgendwie zitterten mir die Hände. Ich besuchte die Seite und öffnete die Nachricht:

 

Karina: Hallo Rainer! Ich bin Sonjas Tochter.. Habe ihr eben mitgeteilt, dass du sie suchst... Sie musste sich setzen.. Da ich gerade außer Haus bin, kann ich nicht viel mehr dazu sagen, außer dass hiermit Kontakt hergestellt ist

Liebe Grüße!

 

Also falls es die richtige ist... Aber der Zufall wäre schon groß.

 

Ich: OK: Was braucht ihr um sicher zu sein? Der Name meines Vaters ist/ war Heinrich und wohnhaft in Senden/Neu Ulm.

 

Karina: Das stimmt. Sie hat vor langer Zeit einen Heinrich Theim als Papa gesucht:

 

Ich: Ich fall um. ok. da bin ich wohl der kleine Bruder

 

Karina: Das ist so krass alles Also, Mama ist total fertig und würde sich gern morgen bei dir melden. Ist das ok für dich?

 

Ja und so war der Anfang getan. Ich habe mit 49 Jahren erfahren das ich eine Schwester habe. Und meine Schwester hat 61 Jahre darüber nachgedacht, wo ihre Wurzeln sind und ob sie wohl Geschwister hat usw.....

Mann kann beinahe sagen: „Ein Wunder“ oder einfach nur: „Was Gott verbunden hat kann der Mensch niemals trennen.“

 

Am Sonntag den 2.August war schließlich unser erstes Treffen in einem Cafe in Nördlingen. Es war einfach unbeschreiblich schön und so herzlich. Und es werden noch viele Begegnungen folgen.

 

Ich bin der festen Überzeugung das bei meiner Familienaufstellung die Mauer des Schweigens, der Scham, der Schuld und auch der Angst bereits tiefe Risse bekam und die feinstoffliche Energie ihre Arbeit begann. Ohne mein Wissen, was da im verborgenen lag. Diese Energie zog ihre Kreis in jeden Winkel meiner Sippe, als Aufforderung endlich zu offenbaren und los zu lassen.

 

Diese Erfahrung hat mich gelehrt: Höre auf Deine innere Stimme, auf Dein Bauchgefühl. Gehe mit offenem Herzen an jedes Thema heran. Manifestiere dieses Thema in Deinem Geist, in deinem Herzen. In jeder Zelle deines Körpers.

 

Egal welches Thema. Ob du einen Menschen suchst, ob du eine neue Arbeit suchst, eine Wohnung, einen lang gehegten Traum/ Wunsch.

Manifestiere dieses/dein Thema in deinem Herzen und lasse los. Lass das Leben, die feinstöfflichen Energien, alle Helfer des Licht's und der Liebe ihre Arbeit tun. Sie warten nur darauf für uns da zu sein. Und das Leben folgt seiner Bestimmung.

 

Probier es aus.

 

Mit lachendem Herzen

 

Rainer Theim

 

Der kleine Bruder

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Kommentare: 1
  • #1

    Karina (Donnerstag, 27 August 2020 22:37)

    Hi Onkelchen!

    Hab eben den Blogeintrag gelesen und mir wurde beim Lesen so warm ums Herz.
    Ich kann nur immer wieder betonen, wie wunderbar es ist, dass ihr euch bzw. wir uns gefunden haben...

    Bis bald, wir freuen uns sehr :-)